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Monatsspruch Februar 2012

Alles ist erlaubt- aber nicht alles nutzt.
Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf.
Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.

1. Korinther 10, 23-24


Liebe Gemeinde!

Alles ist erlaubt! Das scheint für Paulus und die Gemeinde in Korinth ein brennendes Thema zu sein. Denn bereits einige Kapitel vorher schreibt er darüber an die Gemeinde in Korinth, nur mit einem etwas anderen Akzent.
„Alles ist erlaubt!“ 
– Das war ein Slogan, den sich einige Leute damals in der kleinen Gemeinde in Korinth auf die Fahnen geschrieben hatten.
Das Motto könnte auch aus der heutigen Zeit stammen.
„Alles ist erlaubt!“ – „Nichts ist unmöglich!“
„Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden.“
   Wenn man zum Beispiel heute an einem beliebigen Nachmittag einen der Privaten Fernsehsender anschaltet und sich dort eine beliebige Talkshow, eine Reality-Soap oder das allseits bekannte Dschungelcamp anschaut, bekommt man genau diesen Eindruck. Alles ist erlaubt! – Anything goes.
Ob es um die unterschiedlichsten sexuellen Spielarten und Praktiken handelt oder um Brustvergrößerungen oder ob es darum geht, dass sich Leute im schlimmsten Gossenjargon beschimpfen. Alles scheint eine Option zu sein!
   Wenn man in die Wirtschaftswelt schaut, dann geht es dort zunehmend um Umsätze und Profite. Das soziale Gewissen schlägt heute bei manchem nicht mehr an.
Kurz zusammengefasst: Verhalten das vor Jahren als moralisch verwerflich galt oder als unterstes Niveau betrachtet wurde, erscheint heute als Normalität.
Alles ist erlaubt! Suche dir deinen Lebensentwurf unter den tausend Wahlmöglichkeiten heraus. „Du darfst….“.
Dass ein Lebensstil nach diesem Motto langfristig vielleicht sogar sehr schädlich ist interessiert nicht.
Ich weiß, nicht alle Menschen denken und leben so. Vermutlich haben die meisten von uns andere Lebensentwürfe. Aber was ich hier skizziere ist ein Bild, das die Medien zeichnen und das prägt.

In Korinth waren die unterschiedlichsten Typen zum Glauben an Jesus gekommen. Juden, Griechen, Römer und andere Volksgenossen.
Da waren Leute, die hatten ein strenges und auf ihren Gesetzen basierendes Leben geführt. 
Da waren aber auch Personen, die waren das ganze Gegenteil. Partys mit Alkohol und Sex hatten zu ihrem Leben gehört und es gab welche, die kriminelle Geschichten am Laufen gehabt hatten.
Natürlich gab es auch „die ganz Normalen“, die weder übermäßig fromm, noch irgendwie ausschweifend oder mit der Polizei im Konflikt waren.
Die Lebensgeschichten der Korinther waren höchst unterschiedlich.
Eines verband sie – sie hatten Jesus kennen gelernt und das als Befreiung erlebt. Den frommen Juden war klar geworden, nicht das enge und strenge Leben nach Geboten bringt uns Gott näher, sondern das Vertrauen auf Jesus. Diejenigen, die einen wilden Lebensstil geführt hatten, spürten hier, sie werden wirklich geliebt, unabhängig von ihrer Person und dem was sie taten. Der Glaube an Jesus machte frei!
Ich habe mich vor einiger Zeit mit jemand unterhalten, der bei einem Alpha-Glaubenskurs einen neuen Zugang zum Glauben gefunden hat. Diese Person sagte für sich klar, dass sich dadurch ihr Leben verändert hat. Deshalb auch hier die Einladung an alle Gemeindeglieder und auch an die Außenstehenden:
Kommt ab Ende Februar zu den Abenden, an denen wir miteinander in gemütlicher Atmosphäre miteinander in neuer Weise vom Glauben hören und bedenken wollen. Ich bin mir sicher, dass keiner so wieder geht, wie er gekommen ist.
Genau diese Veränderung ihrer Sichtweise und ihres Lebens hatten die Korinther erlebt! Aber es ist eine Sache, Jesus zu erfahren und eine andere Sache, dann sein Leben nach ihm auszurichten.
Christsein hat nichts mit moralisieren oder dem Einhalten von Vorschriften zu tun. "Zur Freiheit hat euch Christus befreit, werdet nicht wieder zu Knechten", und "wo der Geist des Herrn ist, das ist Freiheit", lesen wir an anderer Stelle. Im Neuen Testament ist überhaupt viel von der Freiheit des Christenmenschen die Rede. Die christliche Freiheit darf allerdings nicht als Aufruf zur Anarchie und Zügellosigkeit, "als Deckmantel für die Bosheit", missverstanden werden, wie Petrus schreibt.
Richtschnur kann uns immer das Liebesgebot sein: Gott über alle Dinge lieben und Deinen Nächsten wie Dich selbst. „Dienst das, was ich zu tun gedenke dem Guten und baut es Menschen auf? Oder ist das Gegenteil der Fall? Führt mich das, was ich tun möchte näher zu Jesus oder bringt es mich weiter weg von ihm?
Der Theologieprofessor Thielicke wurde von seinen Studenten einmal gefragt: "Herr Professor dürfen wir als Christen an einer Faschingsveranstaltung teilnehmen?" - Darauf der Professor: "Woher soll ich das wissen, das müsst ihr selbst wissen. Wenn ihr morgen früh aber eine Andacht halten sollt, wird diese dann durch die Teilnahme an der Faschingsveranstaltung besser sein?"
Einen Februar, in dem jeder zu seinem Recht kommt, ob mit oder ohne Schnee, ob mit Teilnahme am Fasching oder ohne ihn, und bei allem den reichen Segen Gottes und seine Führung wünsche ich Euch, auch im Namen unserer prächtigen Kirchvorsteher und Mitarbeiter

Euer Pfarrer Bernhard Fuß



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