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- Es begann mit Schokoladenpudding -
Wir
hatten im Kindergottesdienst einen hochintelligenten, wirklich
gläubigen Pfarrer. Da er bei den Erwachsenen kaum Erfolg verzeichnete,
konzentrierte er sich mit großer Hingabe auf die Kinder.» So
beginnt die Geschichte von Helmut Matthies, der Leiter der
Evangelischen Nachrichtenagentur «idea» in Wetzlar. In seinem
Lebensrückblick schreibt er weiter: «Die Frau des Pfarrers lud
mich ein, bei ihr Schokoladepudding zu essen. Dieses handfeste Zeichen
von Liebe hat mich anfangs mehr beeindruckt als der ganze
Kindergottesdienst. Und ich folgerte: ‚Wenn die Frau gut ist, muss die
Botschaft ihres Mannes auch gut sein’. Mein größter Wunsch war dann,
eine Kinderbibel zu bekommen. Sie wurde mein erstes Buch überhaupt und
der Anfang meines Weges mit Jesus Christus. Wer aber Jesus
Christus tatsächlich ist, erschloss sich mir merkwürdigerweise durch
das Vorbild meines ‚heidnischen’ Vaters. Ich habe in meinem Leben
niemanden erlebt, der derart viel Leid erfuhr. Eigentlich scheiterte er
in allem. Durch eine falsche Diagnose wurde er schon als Zweijähriger
zum Krüppel. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als die Waldgaststätte
seiner Eltern zu übernehmen, obwohl er nie gern Gastwirt war. Er war
ein überaus dankbarer Mensch und half trotz unserer eigenen Armut
jedem, der ihn darum bat. Meine Eltern führten eine glückliche Ehe und
wollten meinen beiden jüngeren Geschwistern und mir den Besuch einer
Oberschule ermöglichen. Und ich? Ich versagte völlig! In der siebten
Klasse musste ich die Schule verlassenmit einem Zeugnis, das vermutlich
einmalig ist: vier Fünfen und vier Sechsen, wobei eine Sechs die
schlechtest mögliche Note war. Der Rektor holte mich in der Klasse mit
der Bemerkung ab, er wolle mich persönlich nach Hause fahren, ‚damit
dich dein Vater nicht halbtot schlägt’. Schläge waren damals nur allzu
üblich – nicht aber bei meinen Eltern. Ich weiß noch genau, wie der
Rektor in der Tür unseres Gastraumes stand. Meine Mutter ahnte, was er
mitzuteilen hatte, und fing an zu weinen. Der Rektor stotterte, auch
Einstein hätte Schulprobleme gehabt. Und was machte mein Vater? Er nahm
mich in den Arm und sagte nur: ‚Junge, das werden wir schon schaffen.’
Nach diesem Ur-Erlebnis an Zuneigung und Geborgenheit ging es langsam,
aber stetig schulisch mit mir bergauf. Mit 17 wurde mir bei einer
Evangelisation ein Jesus vor Augen gemalt, der sich über Sünder
erbarmet – interessanterweise ähnlich, wie ich meinen Vater nach meiner
Schulkatastrophe erlebt hatte. Und so entschied ich mich, fortan einem
Jesus zu folgen, der nicht nur in meinem Leben herrschen, sondern auch
mein Heiland, mein ‚Heilmacher’, sein will. Ich bin dankbar, dass sich
mein Vater noch elf Tage vor seinem Tod mit 73 Jahren für Jesus
Christus entschieden hat. Und sehr froh bin ich, dass ich den Pastor
meiner Kindheit, der mir als erster die Bibel lieb gemacht hat, an
seinem Sterbebett noch einmal sprechen konnte. Er klagte über seine
Erfolglosigkeit: ‚Ich habe mich mein ganzes Leben bemüht, und doch hat
durch mich niemand den Weg zu Jesusgefunden’‚ Da konnte ich ihm sagen:
‚Doch, ich. Weil Sie und Ihre Frau mir zum Vorbild wurden.’» Dieser Text stammt aus «Reflexionen» mit freundlicher Genehmigung von www.ivcg.org. Autor: Helmut Matthies Quelle: Reflexionen
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