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Thema Januar 2011

Rollenverteilung - Der Mann wandelt sich


Eine über zehn Jahre laufende Studie zeigt bei Männern grössere Bereitschaft, für Familie und Kinder beruflich zurückzustecken. Dies sagte der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner am 5. Mai in München.

Männer seien innerhalb der Ehe partnerschaftlicher geworden. Immer weniger hielten an einer traditionellen Rollenverteilung von Mann und Frau fest und übernähmen verstärkt Aufgaben im Haushalt.
Die Gründe dafür seien allerdings keine gesellschaftlichen, sondern ökonomische: «Viele Haushalte sind auf zwei Einkommen angewiesen», sagte Zulehner. Nur eine kleine Gruppe sogenannter moderner Männer habe sich jedoch die klassischen Arbeitsfelder von Frauen im Haushalt erobert, räumte der Theologe ein. Dazu gehöre, die Kinder zu wickeln, mit ihnen zu beten und sie ins Bett zu bringen.
Insgesamt gesehen «stagniere» das Vater-Kind-Verhältnis. Um die Hausaufgaben kümmerten sich Väter aber etwas mehr als vor zehn Jahren. Wenn es jedoch darum gehe, mit den Kindern Sport zu treiben, «überholten» sie die Mütter.

Mehr Aggressivität bei Scheidung
Gleichzeitig zeige die Studie, dass Ehen instabiler würden und die Zahl aggressiver Scheidungsväter anwachse. Als Konsequenz aus der Langzeitstudie sprach sich Zulehner unter anderem für eine kinderfreundlichere Arbeitswelt aus. Nur ein System aus Stabilität und Liebe sei für die kommenden Generationen zukunftsträchtig.
Die Studie «Männer in Bewegung - zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland» wurde im Auftrag der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands und der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland durchgeführt. Zwischen 1998 und 2008 wurden 1‘470 Männer und 970 Frauen befragt.
Quelle: SSF

Der Ton muss stimmen - Respektlosigkeit als Beziehungskiller

Jeder Mensch sehnt sich danach, respektiert zu werden, denn das ist ein ureigener Wunsch. Man ist verletzt, wenn man respektlos behandelt wird. «Doch in vielen Beziehungen geht im Lauf der Zeit dieser Respekt verloren.»
Für den Fortbestand einer glücklichen Partnerschaft ist Respekt allerdings eine Grundvoraussetzung. «Respekt ist eine Haltung, bei der man dem anderen Achtung entgegen bringt und seine Würde achtet, egal woher er kommt oder wie er aussieht», sagt die Paartherapeutin Sabine Fischer.

Auf gleicher Augenhöhe
«Wenn Beziehungen gelingen sollen, müssen wir uns gegenseitig respektieren», meint die Psychotherapeutin. Der Tunnelblick helfe nicht, denn dann beschäftige man sich nur mit sich selbst. «Respekt ist gegenseitige Berücksichtigung auf einer Augenhöhe. Wesentlich dabei ist, dass es auf derselben Ebene erfolgt.» Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit sind Schlüssel zu Respekt.
Hineindenken in den Anderen
«Die Bereitschaft zu antworten, verbunden mit der Erwartung auf Rückmeldung bringen Menschen in respektvollen Kontakt», meint die Therapeutin. Dabei stelle sich die Frage, wie intensiv wir bereit sind, uns in die Welt des anderen hineinzudenken und wie weit man Wert darauf lege, mitzubekommen, welche Erfahrungen unser Partner in der Welt macht. «Die Grundregel einer respektvollen Partnerschaft lautet, dass ich wichtig bin, du wichtig bist und wir beide gleich wichtig sind.»

«Unsere Geschichte prägt unsere Einstellung zu Respekt. Wenn man respektvollen Umgang erlebt hat, tut man sich leichter, respektvoll zu leben und nicht nur um sich selbst zu kreisen», erklärt die Therapeutin. Es sei sehr wichtig, auch klar zu verstehen, dass die Welt des Partners eine andere ist als die eigene. «Gute Selbstachtung ist notwendig, um dem anderen respektvoll gegenüber zu treten.»

Sarkasmus vermeiden
«Wenn man sich selbst nicht wohlfühlt, ist man in der Sehnsucht nach Aufwertung und Bestätigung verhaftet. Dabei ist es schwierig, im empathischen Dialog zu bleiben», meint Fischer. «Es entstehen viele Missverständnisse und Verletzungen, weil man vieles sehr persönlich nimmt.» Es sei wichtig, dass man daran arbeitet, selbst glücklich und zufrieden zu sein und sein persönliches Glück nicht von anderen abhängig zu machen.
«Das Gegenteil von Respekt ist Verachtung, der sich durch Sarkasmus und Zynismus ausdrückt», so Fischer. «Augenrollen, verhöhnen, verfluchen sowie abschätzender Humor machen Respekt unmöglich, vergiften die Partnerschaft und nähren Konflikte.»

Kann Liebe sterben?

Eine Beziehung funktioniert nicht von selbst. Man muss etwas dafür tun.
«Ich bin verzweifelt. In unserer Ehe ist jede Liebe erkaltet. Ich halte das nicht mehr aus. Was soll ich nur machen?»
Jeder braucht Liebe. Jeder könnte lieben. Warum gelingt es uns oft so mittelmäßig bis schlecht? Liebe kann sterben. Sie verkümmert, erkaltet und stirbt aufgrund von Vernachlässigung und mangelnder Aufmerksamkeit. Keine gemeinsamen Interessen, keine gemeinsamen Ziele und wenig oder gar keine Kommunikation. Keine Romantik. Nichts. Die Partner sehnen sich nach einer positiven Geste des anderen: nach einem Lächeln, einer Berührung, einem lieben Wort. Aber da ist nichts. Keine Ehe kann unter solchen Umständen lange überleben.
Liebe muss sich entwickeln
Ein Problem ist, dass die Partner niemals gelernt haben zu lieben. Sie glauben, romantische Gefühle wären gleich Liebe, aber sie sind nur wie ein Eckstein, auf dem man aufbauen kann. Romantik steht am Anfang einer Beziehung. Aber erst die Liebe macht aus einem romantischen Erlebnis eine Erfahrung für das ganze Leben. Um sagen zu können, dass man liebt, muss man den anderen wirklich kennen und ihn nicht nur durch eine rosarote Brille betrachten.
Es ist es unabdingbar, einen Menschen wirklich kennenzulernen, wenn man eine erfüllende, lebenslange Partnerschaft anstrebt. Wenn Sie nicht wissen, was in dem anderen steckt, dann stellen Sie vielleicht irgendwann einmal fest, dass das, was aus ihm herauskommt, nicht das ist, was Sie brauchen, wollen oder womit Sie leben können.
Sich ganz hingeben
Um tief und hingebungsvoll lieben zu können, muss man bereit sein, zu opfern. Letztlich muss man bereit sein, das Wertvollste zu geben, das man besitzt - sich selbst. Viele Ehen scheitern, weil die Partner nicht dazu bereit sind. Wirkliche Liebe erfordert, dass man mit dem anderen über seine innersten Beweggründe sprechen kann. Da gibt es so viele unausgesprochene Ängste und schlechte Erfahrungen, welche in einem Gespräch zu Streit führen können. Man redet über ein aktuelles Problem, wird aber von der eigenen Vergangenheit gesteuert. Man muss bereit sein, sein Innerstes zu offenbaren. Viel machen das nicht, weil sie befürchten, der Partner bekomme dadurch noch mehr Angriffsfläche. Natürlich setzt man sich damit möglicherweise einer Kritik oder auch möglichen Verletzungen aus. Aber wenn man nur ein Teil von sich preisgibt, dann ist keine wirkliche Kommunikation möglich.
Viel tun sich schwer damit, zu offenbaren, was man denkt. Männern erwarten von sich, dass sie handeln. Gefühle haben keine Priorität. Aber das ist nicht richtig. Gefühle gehören zur Persönlichkeit jedes Menschen, selbst wenn sie bei einigen wenig entwickelt sein mögen.
Bedenken Sie einmal Folgendes: Einige Menschen haben das starke Bedürfnis, ihre Gefühle durch Berührungen und zärtliche Worte offen zum Ausdruck zu bringen. Andere haben das starke Bedürfnis, mit Zärtlichkeiten verwöhnt zu werden. Gefühle sind für sie ein wichtiger Teil des Lebens. Wieder anderen ist es peinlich, Gegenstand solcher Gesten zu sein oder selbst Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Sie haben auch Gefühle, können sie aber nicht ausdrücken.
Einige Menschen brauchen die Kommunikation, andere sind lieber allein. Wie dem auch sei, man muss dem Partner sagen, wie man fühlt und welche Erwartungen man hat. Zu oft verhaltet man sich so, als ob der Partner dazu fähig sein müsste, Gedanken zu lesen. Und, man beleidigt sich noch, wenn er das nicht kann.

Unfähig sich darzustellen
Nicht alle Menschen können oder wollen sich zum Beispiel einem anderen gegenüber spontan äußern. Sie können sich nicht liebevoll erklären. Dabei ist es nicht etwa so, dass sie nichts empfinden. Sie haben es nicht gelernt, Liebe spontan zu zeigen. Oft fürchten sie, etwas Falsches zu sagen oder ausgelacht zu werden. Vielleicht fühlen sie sich auch einfach gehemmt, weil es ihnen an Vorbildern fehlt. Die Situation macht sie verlegen, sie sind unfähig, sich selbst richtig darzustellen. Wenn sie sich bedrängt fühlen, weichen sie aus und werden laut in dem vergeblichen Bemühen, das zu sagen, was sie nicht ausdrücken können.
Wir müssen lernen, das zu verstehen. Akzeptieren Sie den Partner so wie er ist und versuchen Sie ihm soviel Vertrauen entgegenzubringen, bist er fähig wird, seine Blockaden abzulegen. Lernen Sie, in seinem Herzen zu lesen. Wer in der Partnerbeziehung und Ehe glücklich ist, ist auch mit seiner Gesamtsituation zufrieden; eine positive innere Einstellung; auch der Glaube, mit einer persönlichen Gottesbeziehung hat einen positiven Einfluss.
Wenn wir keine Zeit für den Ehepartner haben, müssen wir uns nicht wundern, wenn etwas schief läuft. Wenn wir nicht auf Gefühle eingehen, werden Probleme auftauchen. Ehe funktioniert nicht von selbst, sondern wir müssen etwas dafür tun - körperlich, emotional und geistig.
Gleichgültig, wie Ihre momentane Situation aussieht: Sie und Ihr Ehepartner können miteinander eine wunderbare Liebesbeziehung haben, die schöner ist als in jedem Liebesroman. Folgen Sie Gottes guter "Wegbeschreibung", und lernen Sie, wie man ein Leben lang verliebt bleibt.
Autor: Bruno Graber
Quelle: Jesus.ch




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