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Gedanken zum Monatsspruch Juni 2010

 


Gott spricht:
Suchet mich, so werdet ihr leben.
(Amos 5,4)

Liebe Gemeinde!

Panik auf der Titanic! Der Eisberg kommt immer näher. Das Riesenschiff kann nicht mehr herumgerissen werden. Es gibt kein Entrinnen mehr. Das Schiff wird sinken. Alle Menschen werden sterben. Es ist zu spät.

- Ähnlich aussichtslos ist die Lage der Israeliten, als der Prophet Amos ihnen das Wort Gottes ansagt. Amos steht vor seinem Volk und hält Totenklage. Er beklagt den Tod der Leute, die ihm zuhören. Der Prophet Gottes hält Totenklage über lebendige Menschen. Und die Leute merken noch nicht einmal, wie ernst es um sie steht.
Israel hat sich von seinem Gott entfernt. Der Wille Gottes wird bei ihnen mit Füßen getreten. Keiner fragt mehr nach seinen Geboten.
Die Armen werden unterdrückt und durch überhöhte Abgaben belastet.
Wer dem Volk die Wahrheit sagt, der wird kalt gemacht.
Wer gerechte Urteile spricht, der wird nicht mehr ernst genommen.
Der Ehrliche ist der Dumme. Der Kluge muss schweigen.
Es ist böse Zeit.
Immer wieder haben Propheten das Volk zur Umkehr gerufen. Aber das scheint alles vergeblich gewesen zu sein. Es ist nicht mehr fünf Minuten vor zwölf. Es ist bereits zu spät. Israel wird sterben. Das ist so gewiss, dass Amos sich hinstellt und den Tod seines Volkes beklagt. Das Schiff des Volkes Gottes wird sinken.

Wenn dies Gottes letztes Wort an Israel gewesen wäre, dann wäre dies das Todesurteil über alle Menschen gewesen. Dann wären auch wir lebendig tot. Dann gäbe es kein ewiges Leben, sondern nur ewigen Tod, ewige Verdammnis, ewige Trennung von Gott.
Das wäre die Hölle - für alle.
Aber mitten in diese Totenklage hinein lässt Gott seinen Propheten ein Hoffnungswort hinein sagen: „Sucht mich, so werdet ihr leben.”
Wie sieht das aus, wenn wir an unser deutsches Land denken? Die Aussagen des Amos scheinen in höchstem Maße aktuell zu sein. Nach dem Willen Gottes fragt kaum noch einer.
Hunderttausende von Kindern müssen in unserm Land sterben, weil sie stören. Frauen lassen verzweifelt abtreiben, weil sie schmählich im Stich gelassen werden von den Vätern ihrer Kinder, von ihren Familien und von uns. Bei so vielen Leichen im Keller geht das Gewissen kaputt.
Die Sünde wird nicht mehr Sünde genannt. Und wo Sünde als rechtmäßig angesehen wird, da laufen die Leute mit offenen Augen in den Tod und merken es noch nicht einmal.
Wo Sünde nicht mehr Sünde ist, da braucht auch keiner einen Heiland.
Wo Sünde nicht mehr Sünde ist, da werden auch Tod und Teufel geleugnet; da gibt es keine ewige Verdammnis mehr.
Es sieht schlimm aus hinter den Kulissen unseres Landes.

Amos hätte allen Grund über unser Land Totenklage zu halten. Doch Gott hat sich selbst auf die Suche gemacht nach seinem Volk, nach uns. Er hat seinen Sohn Jesus Christus mitten hinein gesandt in unsere gefallene Welt der Sünde und des Todes.
Es gibt Rettung. Der Zeiger auf der Ewigkeits-Uhr Gottes steht noch vor zwölf. Keiner weiß, wie lange noch.
Aber - solange er lebt - kann jeder bei Jesus Vergebung, Rettung und Leben finden! Jesus Christus steuert sein Schiff sicher durch drohende Eisberge und andere Todesbringer hindurch.
Seit deiner Taufe lebst du nicht mehr in jenem Titanic-Todesschiff der Sünde.
Wenn Du in der persönlichen Verbindung stehst mit dem Sohn Gottes, hast du das ewige Leben - nach dem Tod und schon heute.
Lasst uns als Christen nicht einstimmen in den Chor der Hoffnungslosigkeit: Es geht alles den Bach runter.

Lasst uns mit Amos deutlich machen: Ohne Jesus sind wir auf dem Weg ins Verderben und in die ewige Verdammnis. Da gibt es auch kein vielleicht mehr, was uns ohne Christus ins Leben bringen könnte.

Sucht mich, so werdet ihr leben. Sucht also nicht eure Genusssucht, sondern den Geber aller guten Gaben; sucht Gott selbst, der euch gerne gibt. Sucht nicht euren Egoismus, sondern sucht den Geber, Gott selbst, auf dass ihr euer Leben im Angesicht Gottes gestaltet. Und das führt zu einem doppelten Ergebnis: Wer sein Leben im Angesicht Gottes gestaltet, der kann wirklich das Leben genießen, und zwar genießen im Sinne von praktiziertem Dank. Danke, mein Herr und mein Gott, für die Früchte!
Jemand sagte einmal provokativ: „Das, was nicht geteilt wird, ist auch nicht gesegnet und ungenießbar.“ Darum: „Sucht mich, so werdet ihr leben.“
Sucht den lebendigen Gott, dankt ihm von Herzen für das, was er euch schenkt, auch hier im reichen Deutschland, genießt das und habt offene Augen und Herzen für Menschen in Not und teilt gerne.

 Euer Pfarrer Bernhard Fuß


 ©  Kirchgemeinde Lauterbach im Erzgebirge

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