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Gedanken zum Monatsspruch Januar 2010

 


Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
( 5.Mose 6,5 )


Du sollst lieben! Geht das? Kann man Liebe befehlen? Lässt sich Liebe einfach machen wie eine Schulaufgabe, ein Essen oder irgendeine Arbeit? Ist Liebe nicht vielmehr etwas, das von Innen heraus wachsen muss?

Du sollst Gott lieben! Eine starke Forderung, die die Bibel stellt. Ist das erfüllbar? Geht das nicht zu weit? Ja wenn es um die Freundin, den Partner, die Familie ginge, dann wäre das schon in Ordnung. (Doch selbst da ist das mit der Liebe ein wechselhaftes Ding – mal mehr, mal weniger.)

Aber Gott lieben? Ist der nicht zu groß, zu weit weg, zu unbegreiflich als dass man ihn lieben kann? Achten, Verehren, Bewundern, Respektieren – das lässt sich eher gegenüber Gott ausdrücken. Aber lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft?

Dieser Satz steht in der Bibel im 5. Buch Mose bei den Ordnungen, die das Leben in der israelitischen Gemeinde regeln sollen. Sie werden dort noch einmal wiederholt als eine Zusammenfassung der Glaubensgrundsätze. Sie sind den Israeliten besonders wichtig geworden in der Auseinandersetzung mit Gottheiten und Dämonen anderer Völker.

Zusammen mit dem voranstehenden Vers sind diese Worte das Glaubensbekenntnis der jüdischen Gemeinde geworden:
Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen,
 mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
Diese Worte flüstert die gläubige jüdische Mutter ihrem Kind nach der Geburt ins Ohr und diese spricht der fromme Jude bei seinem Tod auf dem Sterbebett.

Sie sind weniger eine Forderung als vielmehr eine Vergewisserung:
Ja Seele, Gott ist dein Ein und Alles. Er gibt dir Leben. Er lässt dich lieben. Er stellt dir andere Geschöpfe an die Seite und verlässt dich selbst nicht. So lange dein Herz schlägt kannst du dankbar sein für dieses Geschenk.
Gott liebt dich!

Ihr Pfarrer Diethelm Eckhardt




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